Unsere Ehrenamtliche Helferin „Vera“ mittendrin.-  Von einer „Fußball-Arena von Weltklasse“ und einem „Prachtstück“ war die Rede. Es war das erste reine Fußballstadion in Deutschland, keine Laufbahn trennte die Zuschauer vom Spielfeld. Das architektonische Meisterwerk mit dieser unglaublichen Dachkonstruktion hat eine einzigartige „Akustik“, schuf eine englische Atmosphäre so „Vera Miethke“. Ein großartiges auftreten der Damen das vor 50 Jahren für Schlagzeilen sorgte. Die heute 64-Jährige war damals „linke Läuferin“ beim TBV – und überwältigt von der Atmosphäre, die auf den Rängen herrschte.  

„Boah, das ist unglaublich“, habe sie damals gedacht. Gerade mal 14 Jahre alt war Vera und damit das „Küken der Mannschaft“. Die Erinnerung an diesen besonderen Moment ist auch fünf Jahrzehnte später noch sehr präsent. „Wenn man in so ein Stadion kommt, sieht man Tausende Leute“, sagt Miethke. „Es ist ein wahnsinniges Gefühl, man kommt sich sehr klein vor und man glaubt, alle gucken einen an.“

Das Eröffnungsspiel fand am 2. April 1974 vor der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, vor 54 000 Zuschauer statt.

Die Einweihung des einstigen Dortmunder Westfalenstadions („Signal Iduna Park“) vor 5 Jahrzenten hat die heute 64-Jährige hautnah miterlebt.

Der TBV Mengede und der VFB Waltrop, zwei Damenteams hatten ihren großen Auftritt an diesen Abend um 18.00 Uhr.

Der erste Treffer im neuen Schmuckkästchen des BVB wurde um 18.18 Uhr bejubelt.

Elisabeth Podschwadke die damals neben Jutta Menkhoff im Sturm spielte, hatte unter dem Jubel der anwesenden Zuschauer im ausverkauften „Westfalenstadion“ für die 1:0 Führung getroffen.

 

„Das Spiel hatte gerade erst angefangen und dann ganz plötzlich war der Ball schon im Tor. Ich habe gedacht: Oh, was ist das!?“, beschreibt Vera Miethke den besonderen Augenblick. Wie der Treffer genau zustande kam, daran kann sie sich nicht mehr erinnern. Entscheidend war ohnehin nur, dass das Tor zählt. Der TBV lag also früh in Führung. Ihren knappen 1:0-Vorsprung aber konnte der TBV nicht verteidigen. Mit zwei Toren bog der VfB Waltrop die Partie noch um und gewann mit 2:1. „Wir haben eigentlich immer gegen Waltrop gewonnen, jedes Spiel – nur ausgerechnet dieses nicht. Natürlich haben wir uns damals sehr darüber geärgert“, erzählt Vera Miethke.

Miethke ein Leben lang BVB-Fan: Der Frust über die Niederlage ist längst verraucht. Was geblieben ist, ist der Stolz, diesen besonderen Augenblick erlebt zu haben. Ihr ganzes Leben lang ist Vera Miethke Anhängerin von Borussia Dortmund. „Selbstverständlich, das geht doch gar nicht anders“, entgegnet sie flachsend auf die Frage. In den fünf Jahrzehnten, nachdem sie selbst auf dem Rasen gestanden hat, war sie noch einige Male als Besucherin im Signal Iduna Park. „Als Zuschauer von der Tribüne aus ist es ein ganz anderes Gefühl, als wenn man auf dem Rasen steht“, sagt Vera Miethke. Als Fan im Stadion mitzufiebern sei auf eigene Weise schön, wenn auch nicht vergleichbar mit dem „Adrenalin“, das man als Spielerin auf dem Rasen verspürt.

 

Neben der Spielführerin Bärbel Scheidereit gehörten Cornelia Kos, Monika Stellmacher, Rita Hansen, Karin Kieler, Jutta Kieler, Elisabeth Potschwatke (die das Führungstor für Mengede und damit auch das erste Tor im Westfalenstadion überhaupt erzielte), Roswitha Wanders, Susanne Schröter, Manuela Burda, Petra Orglu, Ilse Rother, Helma Brockmann, Sybille Schmidt, Monika Bauerfeld, Vera Miethke und Ute Keitmann zum Kader. Gecoacht wurde das damalige Team von Ingrid Wiesling und Christel Rother.  

Ein Interview ist bald im WDR zu sehen: Mögliches weiteres Gedankenspiel sei vielleicht ein Einlauf der „alten Damen“ in den „Tempel der Glückseligkeit“. Ebenso ist vielleicht ein Interview mit Stadionsprecher Norbert Dickel im Bereich des Möglichen.

Fest geblockt ist dagegen die Einladung zum „BVB-Ballgeflüster“ am 2. April um 19:09 Uhr. Bereits abgedreht ist das durchgeführte WDR-Interview bezüglich der Stadioneinweihung durch Bärbel Scheidereit und Mitorganisatorin Vera Miethke.

Die Ausstrahlung im WDR-Lokalfernsehen ist auf Ende März datiert. Anlässlich des Stadionjubiläums die Bundesligapartie des BVB gegen den VfB Stuttgart am 6. April werden die Frauen von damals wieder vor Ort sein.  

Treffen in der Geschäftsstelle von Borussia Dortmund um das Jubiläum „50 Jahre Westfalenstadion“ (Signal Iduna Park) vorzubereiten.  V.l. Vera Miethke, Norbert Dickel und Bärbel Scheidereit.            

Der Signal Iduna Park ist Heimat des BVB, Sehnsuchtsort seiner Fans, Schauplatz von überwältigenden Siegen und niederschmetternden Niederlagen. Vor 50 Jahren war an diesen Mythos noch nicht zu denken. Seit 2005 heißt das altehrwürdige Westfalenstadion offiziell Signal Iduna Park. Für „nur“ 81.360 Plätze bietet das Stadion Platz, ein einmaliges Erlebnis, aufzusaugen zu inhalieren, wenn man das Glück hat und eine Karte bekommt!  

Mit Genehmigung und Anfrage an die Redaktion RN. Vielen Dank an Herrn Cedric Gebhardt!

Bilder im Artikel: © Repro, © Bodo Goeke, © Bernd Weißenfels      

           

 

   

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